Lässt sich in Lindau ein Konzept für eine „stadtteilverändernde Seniorenarbeit“ entwickeln, um Seniorinnen und Senioren dabei zu unterstützen, ihr soziales Umfeld aktiv mitzugestalten? Um dieser Frage nachzugehen, wird am Donnerstag, 16. April 2026, um 19 Uhr ins evangelische Gemeindehaus in Lindau-Aeschach, Anheggerstr. 24, eingeladen. Auf dem Prgramm steht ein Vortrag zum Thema „Lebensfreude durch Zuwendung zur Nachbarschaft“. Er richtet sich an Betroffene, sozial und politisch Engagierte und Interessierte sowie haupt- und ehrenamtliche Akteure in Lindau mit dem Ziel der gegenseitigen Vernetzung. Im Anschluss wird Raum zur Diskussion geboten.
Nach einem langen und oftmals mühevollen Berufsleben ist es ein besonderes Privileg, den Ruhestand am Bodensee zu genießen. Über ein Viertel (26,7 Prozent) der Lindauer Einwohner ist bereits im Rentenalter – und dieser Anteil wird in den nächsten zehn Jahren noch deutlich steigen. Die älter werdende Bevölkerung und der empfindlich spürbare Fachkräftemangel in der Pflege stellen ambulante und stationäre Einrichtungen vor hohe Herausforderungen. Das Seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises Lindau greift diese Problemlage auf und schlägt zur Aufrechterhaltung eines selbstbestimmten Lebens folgende Maßnahmen vor:
soziale Vernetzung von Seniorinnen und Senioren in Nachbarschaftsgruppen,
Nutzung digitaler Medien,
sinnstiftende Freizeitgestaltung,
gesellschaftliche Teilhabe,
generationenübergreifende Angebote sowie
innovative Versorgungskonzepte.
Entsprechend ihres ureigenen Auftrages, sich um Alte und Bedürftige zu kümmern, gestalten neben anderen Akteuren auch die Kirchengemeinden in Lindau vielfältige Angebote der örtlichen Seniorenarbeit. In einem Praxisprojekt untersucht Wolfgang Pfleging für die CVJM-Hochschule in Kassel im Rahmen seiner Praxisstelle bei der St. Stephan-Christuskirche in Lindau verschiedene Veranstaltungsformate. In seinem Vortrag am 16. April möchte er an Beispielen aufzeigen, wie Seniorinnen und Senioren trotz ihrer z. T. körperlichen und psychischen Einschränkungen selbst zu wirkungsvollen Akteuren in ihrem unmittelbaren nachbarschaftlichen Umfeld werden können und dabei lebensverändernde Freude erleben.
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