Am Mittwoch, 14. Januar 2026, lädt die „Gesundheitsregionplus“ des Landkreises Lindau gemeinsam mit den Volkshochschulen Lindau und Lindenberg zu einem kostenlosen Online-Seminar zum Thema Pflege ein. In Kooperation mit dem Medizinischen Dienst Bayern und den Fachstellen für Pflegende Angehörige erhalten die Teilnehmer praktische Orientierung rund um das Thema Pflegebedürftigkeit. Die Veranstaltung bietet konkrete Hilfe für alle, die betroffen sind oder sich auf eine mögliche Pflegesituation vorbereiten möchten.
Wenn ein Angehöriger plötzlich pflegebedürftig wird, stehen Familien häufig unter großem Druck. Viele wissen nicht, welche ersten Schritte notwendig sind, wie ein Pflegegrad beantragt wird oder welche Entlastungsangebote es in der Region gibt. Um hier Orientierung zu schaffen, bietet die „Gesundheitsregionplus“ am 14. Januar 2026 von 18 bis 19.30 Uhr ein praxisnahes Online-Seminar mit dem Titel „Pflegebedürftig – was nun?“ an.
Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Menschen, die sich bereits in einer Pflegesituation befinden, als auch an diejenigen, die sich auf eine mögliche oder unerwartet eintretende Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen vorbereiten möchten. Ziel ist es, Unsicherheiten abzubauen und verständlich zu erklären, wie der Weg zu einem
Pflegegrad abläuft und welche Unterstützung im Landkreis Lindau zur Verfügung steht.
Cathrine Herter von der Fachstelle Pflegende Angehörige und Kontaktstelle Demenz in Lindau erlebt häufig, wie überfordert Angehörige zu Beginn sind. Sie betont: „Wenn plötzlich ein Pflegefall eintritt, wissen viele nicht, was sie zuerst tun sollen. Es ist oft unklar, welche Unterstützung möglich ist und wie man den Alltag organisiert. In unserer Arbeit merken wir, wie viel Sicherheit ein gut erklärter erster Schritt geben kann. Mit dem Seminar möchten wir zeigen, wo Betroffene im Landkreis persönliche Hilfe finden und an wen sie sich konkret wenden können, damit sie in dieser schwierigen Situation nicht allein bleiben.“
Auch Nadine Hotz von der Fachstelle Pflegende Angehörige und Kontaktstelle Demenz in Lindenberg betont, wie wichtig frühzeitige Unterstützung ist. Sie erklärt: „Viele Angehörige kennen die Angebote vor Ort nicht oder fühlen sich mit den Anforderungen der Pflege zu Beginn allein gelassen. Dabei gibt es auch im Westallgäu
vielfältige Möglichkeiten, die den Alltag spürbar erleichtern können. Oft hilft schon ein erstes Gespräch, um Sorgen zu nehmen, konkrete Schritte zu klären und neue Perspektiven zu eröffnen. Unser Anliegen ist es, Angehörige zu stärken und gemeinsam Lösungen zu finden, die zu ihrer Familiensituation passen, damit sie sich gut begleitet und nicht überfordert fühlen.“
Dr. Oliver-Timo Henßler und sein Team vom Medizinischen Dienst Bayern erklären im Seminar, wie eine Begutachtung abläuft und worauf Familien achten sollten. „Eine gute Vorbereitung hilft dabei, die tatsächlichen Herausforderungen im Pflegealltag sichtbar zu machen. Viele Menschen sind erleichtert, wenn sie wissen, was sie bei einer Begutachtung erwartet. Transparenz schafft Vertrauen und unser Servicetelefon Pflege unterstützt
zusätzlich bei allen Fragen rund um Pflegegrade und das Pflegegutachten“, so Dr. Henßler.
Für Personen, die das Internet nicht nutzen, stehen zusätzlich Möglichkeiten zur Teilnahme vor Ort zur Verfügung.
Anmeldung zum Online-Seminar:
Die Anmeldung erfolgt über die Volkshochschulen Lindau (vhs@lindau.de) und Lindenberg (info@vhs-lindenberg.de). Alternativ finden Interessierte die Einwahlmöglichkeiten für das Webex-Seminar auf der
Website des Landkreises Lindau (Bodensee).
Hybride Teilnahme vor Ort:
Die Veranstaltung wird zusätzlich als Vor-Ort-Angebot in der Volkshochschule Lindau, Uferweg 7, übertragen.
Kostenlose telefonische Pflegeberatung:
Bei der Pflegeberatung Bayern können sich Interessierte zudem unter der Durchwahl 0800/772 11 11
(Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr) unabhängig und kostenlos zu allen Fragen rund um die Pflege beraten lassen.
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