Vier Wochen vor Ostern – das ist in Wangen im Allgäu Tradition – kommen die besten Ostereierkünstler ins Rathaus und bieten ihre exklusiven Werke an. Der 42. Wangener Ostereiermarkt findet am Samstag, 7. März, von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag, 8. März 2026, von 11 bis 17 Uhr statt.
Parallel zum Ostereiermarkt im historischen Rathaus ist auch das Ostereiermuseum im Wangener Stadtmuseum geöffnet. Die sehenswerte Sammlung ist über den Museumseingang in der Eselmühle erreichbar.
An beiden Tagen finden jeweils um 11 und um 14 Uhr Führungen zu den österlich geschmückten Brunnen in der Altstadt statt (Start an der Osterkrone auf dem Marktplatz).
Ohne Rußgeruch kein Ostern
Viele faszinierende Techniken sind beim Wangener Ostereiermarkt jedes Jahr zu bewundern. Spannend ist es, wenn aus traditionellen, alten Techniken völlig neue Formen und Farben gestaltet werden. Eine, die diese Kunst beherrscht, ist Martina Veit.
Mitten im großen Andrang des Wangener Ostereiermarktes zieht Martina Veit mit ruhiger Hand schwarze Linien über farbige Eier. Oft muss sie die Frage beantworten, wo die schwarzen Linien am Ende sind. Denn nichts bleibt davon. Im Gegenteil sind es weiße Linien, die auf wahlweise rotem, blauem, grünem oder vielfarbigem Untergrund dem Ei Gestalt geben. „Die schwarzen Linien entstehen, weil ich Wachs über einer Kerze erhitze. Das ist Ruß“, erklärt die Künstlerin aus Kaltern in Südtirol. Das Wachs deckt Schicht um Schicht die Farben ab, wodurch das Ei am Ende sein besonderes Bild bekommt. Es ist die klassische Batiktechnik, die aus Osteuropa, vor allem aus der Ukraine und aus dem transsilvanischen Teil Rumäniens bekannt ist. Doch Martina Veit überträgt die Technik in die Neuzeit und trifft damit auch einen Zeitgeschmack.
Gelernt hat sie die Batiktechnik von ihrer Mutter. Vor Ostern saß die ganze Familie am Tisch und hat Eier mit Batikmustern überzogen. Das heißt, über dem großen Tisch hing dann auch der Geruch von Ruß. Und heute? „Wenn‘s nicht stinkt und rußt, ist es nicht Ostern“, erzählt sie lachend.


Fotos: Stadt Wangen/sum und Küfer