Nach den wiederholten Nachweisen des Japankäfers in den Lindauer Gemeindeteilen Oberhochsteg und Gitzenweiler Hof informiert die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) über die aktuelle Befallssituation und das weitere Vorgehen in der Region.

Nachdem auch in diesem Jahr östlich von Lindau mehrere Japankäfer in Pheromonfallen nachgewiesen worden waren, leitete die LfL Mitte Juli eine Abgrenzungserhebung ein. Mit zusätzlichen Fallen und Sichtkontrollen wurde untersucht, wie weit sich der Japankäfer in den betroffenen Gebieten bereits ausgebreitet hat. Auf Grundlage der Ergebnisse wurde nun gemäß den Vorgaben der entsprechenden EU-Durchführungsverordnung ein abgegrenztes Gebiet (Quarantänezone) ausgewiesen, um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Die LfL hat eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen, in der die Grenzen des Gebiets sowie die dort geltenden Maßnahmen und Regelungen festgelegt sind.

Ob Sie sich mit Ihrem Grundstück oder Ihren Flächen innerhalb der Befallszone befinden und welche Regelungen dort gelten, können Sie auf der Internetseite der LfL einsehen.

Japankäfer: Klein wie eine Kaffeebohne, aber mit großem Schadpotenzial. Foto: Aline Knoblauch, EPSD Schweiz

So zeigt sich ein Befall durch den Japankäfer an Weinreben. Foto: Luca Gaggini, EPSD Schweiz

Im Rahmen der Abgrenzungserhebung wurde auch das Fallennetz erweitert. Foto: LfL

Während die Engerlinge im Boden sich vorwiegend von Graswurzeln ernähren, frisst der adulte Käfer Blätter verschiedener Pflanzen. Foto: Christian Lindner, Agroscope

Skelettierfraß an Weinblättern: Die Japankäfer fressen hauptsächlich das Blattgewebe zwischen den Blattadern. Foto: Louis Sutter, EPSD Schweiz

Die Fraßschäden der adulten Käfer zeigen sich vor allem an oberirdischen Pflanzenteilen wie Blättern, Blüten und Früchten. Die Käfer treten häufig in Gruppen auf. Foto: Tanja Sostizzo, Agroscope

Der Japankäfer im direkten Größenvergleich mit einer Kaffeebohne. Foto: BLW

Die abgespreizten Hinterbeine dienen als charakteristische Alarmhaltung – ein Verhalten, das bei heimischen Käfern bislang nicht beobachtet wurde und so ein gutes Unterscheidungsmerkmal darstellt. Foto: Christian Schweizer, Agroscope

Das Risiko einer Ansiedlung des Japankäfers in Mitteleuropa gilt als hoch, da sowohl geeignete klimatische Bedingungen als auch ein breites Nahrungsangebot vorhanden sind. Besonders extensive Grünland- und Ackerflächen fördern seine Entwicklung, während reine Nadel- oder Mischwaldgebiete weniger geeignete Lebensräume darstellen. Da in Bayern bislang natürliche Gegenspieler weitgehend fehlen und sich der Käfer schnell vermehren kann, besteht ein erhebliches Schadpotenzial für landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen und die heimische Natur.

Für Bayern besonders relevante Wirtspflanzen (nach Angaben des Julius Kühn-Instituts) sind:

Eindeutiges Erkennungsmerkmal des Japankäfers: die weißen Haarbüschel am Hinterteil. Foto: Luca Gaggini, EPSD Schweiz

Sie haben einen verdächtigen Käfer entdeckt?
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft bittet darum, den Fund zu melden.

Wenn Sie einen verdächtigen Käfer gefangen haben, bewahren Sie ihn bitte in einem gut verschlossenen Behälter, zum Beispiel einem Schraubglas, auf. So kann er nicht entkommen und bei Bedarf untersucht werden.
Achten Sie auf die typischen weißen Haarbüschel an beiden Seiten des Hinterleibs.
Fertigen Sie Fotos an und notieren Sie den genauen Fundort.

Nutzen Sie die Option der Online-Meldung für Verdachtsmeldungen des Auftretens des Japankäfers.
Oder melden Sie Ihren Fund per E-Mail: Popillia@LfL.bayern.de