Nach den wiederholten Nachweisen des Japankäfers in den Lindauer Gemeindeteilen Oberhochsteg und Gitzenweiler Hof informiert die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) über die aktuelle Befallssituation und das weitere Vorgehen in der Region. So wird u. a. eine Quarantänezone ausgewiesen. Dazu findet am Mittwoch, 2. September 2026, um 19 Uhr in der Festhalle der Gemeinde Weißensberg eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.
Nachdem auch in diesem Jahr östlich von Lindau mehrere Japankäfer in Pheromonfallen nachgewiesen worden waren, leitete die LfL Mitte Juli eine Abgrenzungserhebung ein. Mit zusätzlichen Fallen und Sichtkontrollen wurde untersucht, wie weit sich der Japankäfer in den betroffenen Gebieten bereits ausgebreitet hat. Auf Grundlage der Ergebnisse muss nun gemäß den Vorgaben der entsprechenden EU-Durchführungsverordnung ein abgegrenztes Gebiet (Quarantänezone) ausgewiesen werden, um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Die LfL wird dazu in den kommenden Tagen eine Allgemeinverfügung erlassen, in der die Grenzen des Gebiets sowie die dort geltenden Maßnahmen und Regelungen festgelegt werden.
Ob Sie sich mit Ihrem Grundstück oder Ihren Flächen innerhalb der Befallszone befinden, können Sie nach Erlass der Allgemeinverfügung auf der Internetseite der LfL einsehen.
Bei der Informationsveranstaltung informieren Fachleute der LfL, der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und der örtlichen Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten über die aktuelle Befallssituation, die Ergebnisse der Abgrenzungserhebung und das weitere Vorgehen. Sie erläutern, welche Maßnahmen mit der Ausweisung des abgegrenzten Gebiets verbunden sind, welche Regelungen für Privatpersonen und Betriebe gelten und was insbesondere beim Umgang mit Pflanzen, Boden und pflanzlichem Material zu beachten ist.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger aus dem Raum Lindau, landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe sowie alle Interessierten. Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist nicht erforderlich.
Informationsveranstaltung zum Japankäfer
am Mittwoch, 02.09.2026 um 19 Uhr
in der Festhalle Weißensberg, Schulstraße 4

Japankäfer: Klein wie eine Kaffeebohne, aber mit großem Schadpotenzial. Foto: Aline Knoblauch, EPSD Schweiz

So zeigt sich ein Befall durch den Japankäfer an Weinreben. Foto: Luca Gaggini, EPSD Schweiz

Im Rahmen der Abgrenzungserhebung wurde auch das Fallennetz erweitert. Foto: LfL

Während die Engerlinge im Boden sich vorwiegend von Graswurzeln ernähren, frisst der adulte Käfer Blätter verschiedener Pflanzen. Foto: Christian Lindner, Agroscope

Skelettierfraß an Weinblättern: Die Japankäfer fressen hauptsächlich das Blattgewebe zwischen den Blattadern. Foto: Louis Sutter, EPSD Schweiz

Die Fraßschäden der adulten Käfer zeigen sich vor allem an oberirdischen Pflanzenteilen wie Blättern, Blüten und Früchten. Die Käfer treten häufig in Gruppen auf. Foto: Tanja Sostizzo, Agroscope

Der Japankäfer im direkten Größenvergleich mit einer Kaffeebohne. Foto: BLW

Die abgespreizten Hinterbeine dienen als charakteristische Alarmhaltung – ein Verhalten, das bei heimischen Käfern bislang nicht beobachtet wurde und so ein gutes Unterscheidungsmerkmal darstellt. Foto: Christian Schweizer, Agroscope
Das Risiko einer Ansiedlung des Japankäfers in Mitteleuropa gilt als hoch, da sowohl geeignete klimatische Bedingungen als auch ein breites Nahrungsangebot vorhanden sind. Besonders extensive Grünland- und Ackerflächen fördern seine Entwicklung, während reine Nadel- oder Mischwaldgebiete weniger geeignete Lebensräume darstellen. Da in Bayern bislang natürliche Gegenspieler weitgehend fehlen und sich der Käfer schnell vermehren kann, besteht ein erhebliches Schadpotenzial für landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen und die heimische Natur.
Für Bayern besonders relevante Wirtspflanzen (nach Angaben des Julius Kühn-Instituts) sind:
- Landwirtschaftliche Kulturen und Gemüse: Mais, Sojabohne, Bohne, Kartoffel, Tomate, Spargel
- Sonderkulturen: Hopfen, Wein
- Beerenobst: Himbeere, Brombeere, Erdbeere, Heidelbeere
- Obst und Obstgehölze: Apfel, Steinobst wie Kirsche, Aprikose, Zwetschge, Schlehe
- Laubbaumarten und Sträucher: Hasel, Ahorn, Birke, Lärche Weide, Linde, Ulme
- Grünflächen: Rasen, Wiesen und Weiden, Süßgräser
- Zierpflanzen: Rose, Nachtkerze, Wilder Wein, Fingerkraut

Eindeutiges Erkennungsmerkmal des Japankäfers: die weißen Haarbüschel am Hinterteil. Foto: Luca Gaggini, EPSD Schweiz
Sie haben einen verdächtigen Käfer entdeckt?
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft bittet darum, den Fund zu melden.
Wenn Sie einen verdächtigen Käfer gefangen haben, bewahren Sie ihn bitte in einem gut verschlossenen Behälter, zum Beispiel einem Schraubglas, auf. So kann er nicht entkommen und bei Bedarf untersucht werden.
Achten Sie auf die typischen weißen Haarbüschel an beiden Seiten des Hinterleibs.
Fertigen Sie Fotos an und notieren Sie den genauen Fundort.
Nutzen Sie die Option der Online-Meldung für Verdachtsmeldungen des Auftretens des Japankäfers.
Oder melden Sie Ihren Fund per E-Mail: Popillia@LfL.bayern.de