Die Kinderfest-Fördervereine Aeschach/Hoyren und Lindau Altstadt richten das Kinderfest auch in Zukunft gemeinsam im Bürgerpark auf der Hinteren Insel aus. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend, 25. September 2026, haben sich die stimmberechtigten Mitglieder des Fördervereins Aeschach/Hoyren einstimmig dafür ausgesprochen: 29 Ja-Stimmen, keine Gegenstimme, keine Enthaltung. Abgestimmt wurde offen per Handzeichen. Grundlage für die Stimmberechtigung war die Mitglieder- und Helferliste des Kinderfests 2026. Das geht aus einer gemeinsmen Pressemitteilung beider Fördervereine vom Sonntagabend hervor.
Anlass der Versammlung sei die seit Wochen öffentlich geführte Debatte über eine mögliche Rückkehr des Aeschacher Kinderfestnachmittags in den Holdereggenpark gewesen.
Seit 2022 feiern die beiden Stadtteile Altstadt und Aeschach/Hoyren den Kinderfestnachmittag gemeinsam im Bürgerpark auf der Lindauer Insel. „Den Ausschlag für den Umzug gaben damals unter anderem die anstehende Bahnbaustelle am Holdereggenpark mit dem drohenden Wegfall der Fluchttreppe, eine bereits 2019 überlastete Stromversorgung, Probleme der Schausteller bei Regen sowie das Haftungsrisiko durch den alten Baumbestand. Vor allem aber: zu wenig Helfer“, schreiben die Fördervereine Aeschach/Hoyren und Altstadt.
„Mit der Verlegung des Kinderfestes hat der Stadtteil Aeschach eine wichtige und prägende Tradition verloren“, sagt jedoch der Verein „Wir in Aeschach“. Über Generationen hinweg sei das Kinderfest im Holdereggenpark ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens gewesen und ein Ereignis, das Kinder, Eltern, Großeltern sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zusammengeführt habe. Für viele Menschen habe das Kinderfest im Holdereggenpark zur Identität Aeschachs gehört und sei Ausdruck der besonderen Verbundenheit mit ihrem Stadtteil gewesen. Nach Auffassung des Vereins „Wir in Aeschach“ wurde die damalige Entscheidung zur Verlegung des Aeschacher Kinderfestes auf die Hintere Insel auf Argumente und Aussagen gestützt, die sich nach heutigem Kenntnisstand als nicht zutreffend erwiesen hätten. „Deshalb halten wir es für sinnvoll und notwendig, die Standortfrage erneut offen, sachlich und unvoreingenommen zu diskutieren. Bevor wir jedoch weitere Schritte unternehmen, damit die Standortfrage neu geprüft wird, möchten wir zunächst ein aktuelles Meinungsbild aus der Bevölkerung einholen“, begründet der 1. Vorsitzende von „Wir in Aeschach“, Roland Freiberg, warum der Verein in den letzten Wochen eine Unterschriftenaktion und eine Onlinepetition gestartet hatte.
Die Kinderfest-Fördervereine Aeschach/Hoyren und Altstadt ziehen inzwischen eine positive Bilanz nach fünf gemeinsamen Kinderfesten auf der Hinteren Insel: „Die Zahl der Helfer ist gewachsen. In Aeschach/Hoyren wird wieder in allen 39 Straßenzügen gesammelt, während zuvor zwischenzeitlich nur Briefe eingeworfen wurden. Die Kassen beider Vereine haben sich gut entwickelt. Auf dem Festplatz im Bürgerpark gab es keine Polizeieinsätze wegen Trunkenheit oder Randale. Das Angebot an Fahrgeschäften und Kinderspielen wuchs, Gästekinder spielen kostenlos mit und alle Schulkinder – auch aus den Nachbargemeinden – erhalten ein Geschenk“, schreiben sie.
„Wenn ich unsere Leute heute frage, ob sie zu Aeschach oder zur Insel gehören, sagen sie: ‚Ich bin Helfer beim Kinderfest im Bürgerpark'“, sagte Francesca La Marca, Geschäftsführerin des Fördervereins Aeschach/Hoyren.
„Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind: nämlich hin zu einem gemeinsamen Fest.“
„Wir sind in den vergangenen Wochen noch enger zusammengerückt und nicht gewillt, uns davon abbringen zu lassen. Unser Ziel bleibt das bestmögliche Kinderfest für alle Kinder“, unterstreicht die gesamte Vorstandschaft der beiden Kinderfest-Fördervereine. Die Unterschriftensammlung und das Votum der Bürgerinnen und Bürger würden beide Vereine sehr ernst nehmen. Doch selbst 10.000 Unterschriften könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Rückkehr in den Holdereggenpark nur um den Preis starker Einschränkungen, hoher Risiken, enormer Auflagen und hoher Kosten denkbar wäre, so die Vorstände.
Die Kritik am bisherigen Festplatz würden die Vereine dennoch aufgreifen: In einer zweiten Abstimmung beauftragten die Mitglieder beider Vereine die Vorstände, sie mögen ausloten, wie der Festplatz kompakter zu gestalten und für Hitzetage noch besser zu ertüchtigen sei. Erste Ergebnisse sollen bei der regulären Hauptversammlung im März vorgestellt werden. Vorschläge von Mitgliedern sowie Bürgerinnen und Bürgern seien ausdrücklich willkommen.
Um die Standortfrage sachlich zu klären, haben die Vorstände in den vergangenen Wochen mehrere
fachliche Einschätzungen zur Nutzung des Holdereggenparks für das Kinderfest eingeholt, u. a. zur intensiven Bespielung der Fläche durch Fahrgeschäfte, zum Schutz des Altbaumbestandes, zur Strom- und Wasserversorgung im Park und zu haftungsrechtlichen Voraussetzungen.
Die ausführliche Stellungnahme der beiden Fördervereine und die in der Versammlung gezeigte Präsentation mit allen Stellungnahmen sind hier zu finden.

Foto: Kinderfest-Fördervereine Aeschach/Hoyren und Altstadt