Die Stadt Lindau und das Wasserwirtschaftsamt Kempten haben am Mittwoch, 23. September, gemeinsam bekräftigt, dass der Zechwald weiterhin für Bürgerinnen und Bürger zugänglich bleibt. Mit einer neuen Beschilderung soll auf mögliche Gefahren sowie die Eigenverantwortung beim Waldbesuch hingewiesen werden.

Hintergrund:
Das Wasserwirtschaftsamt Kempten hatte kürzlich den Weg in den kleinen Zechwald gesperrt. Es begründete die Maßnahme mit einem Sicherheitsrisiko für Spaziergänger. Da die Wege und Pfade im Zechwald nicht öffentlich gewidmet seien, sollten sie nach dem Willen der Behörde nun wieder zuwachsen. Zugangspunkte würden deshalb nicht mehr gepflegt oder teilweise sogar geschlossen. Das verusachte großen Unmut vor allem bei Bewohnern des Stadtteils Zech und massive Kritik von Seiten der Politik. Ihr Einwand: Mit der Schließung des Weges breche eine essenzielle Grünverbindung und ein wichtiges Naherholungsgebiet für den Stadtteil Zech ersatzlos weg.

An dem Austausch am 23. September, als dessen Ergebnis nun verkündet wurde, dass der Zechwald zugänglich bleibt, nahmen Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kempten, Bernhard Simon, der Leiter der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau (GTL), Andreas Bauer, sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der Stadt, der GTL und des Wasserwirtschaftsamtes Kempten teil. „Ich danke Herrn Simon und dem Wasserwirtschaftsamt Kempten für den konstruktiven Austausch – und den Zecher Bürgerinnen und Bürgern, die sich vertrauensvoll an mich gewandt haben. Gemeinsam finden wir eine Lösung, den Zechwald für alle zugänglich zu halten“, so Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons.

Das Zechwald-Grundstück befindet sich im Eigentum des Freistaates Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Kempten. Es wird nur sehr extensiv bewirtschaftet: So muss beispielsweise sichergestellt werden, dass Bäume nicht auf die Straße oder an den Wald angrenzende Grundstücke fallen. Darüber hinaus wird der Wald der Natur überlassen. Die Pflege der Wege und die Übernahme der Verkehrssicherungspflicht können weder das Wasserwirtschaftsamt noch die Stadt Lindau oder die GTL leisten, da hierfür die erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen fehlen. Die geplante Beschilderung soll deshalb verständlich über den naturnahen Charakter des Waldes, mögliche Gefahren und die notwendige Eigenverantwortung informieren.

Wie künftig mit dem vorhandenen Geländer entlang der Bregenzer Straße umgegangen wird, das den Zugang zum Weg in den kleinen Zechwald versperrt, prüfen die GTL und das Wasserwirtschaftsamt Kempten derzeit gemeinsam. Ziel sei eine zeitnahe Lösung. Der Genuss der Naturschönheiten und die Erholung in der freien Natur stünden nach der Bayerischen Verfassung grundsätzlich allen Menschen offen, sodass jede und jeder im Zechwald spazieren, spielen und die Natur genießen dürfe, betonen die Stadt Lindau und das Wasserwirtschaftsamt Kempten in einer Pressemitteilung.

Im Gespräch zum Thema Zugänglichkeit des Zechwaldes: Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons, Bernhard Simon, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kempten (3. v. r.) sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Lindau, der GTL und des Wasserwirtschaftsamtes Kempten.
Foto: Stadt Lindau